Es ist passiert. Endlich. Dwight Howard hat die Orlando
Magic verlassen. Die Lakers konnten die Nuggets und 76ers mit ins Boot holen
und so an einem Trade basteln, der, den so sehnsüchtig gewünschten, Dwight
Howard endlich nach Los Angeles holt. Was haben die Lakers und die anderem Teams von diesem Trade?
Die Lakers sind, fürs Erste, die großen Gewinner. Nicht nur,
dass der beste Center der Liga nun gelb und lila trägt, auch Pau Gasol bleibt
ein Laker. Ja, genau. Der Gasol, den eigentlich alle schon abgeschrieben hatten
und der wohl als der erste Streichkandidat für einen möglichen Howard Deal
bereit stand. Die Lakers verfügen jetzt über den wohl besten Frontcourt der
Liga. Mit dieser Truppe sind sie ein absoluter Mitfavorit auf den Titel. Die
Starting Five würde, nach momentanen Stand, wohl so aussehen: Nash, Bryant,
Peace (Jamison), Gasol und Howard. Die Heat, Thunder, Spurs – und eigentlich
auch alle anderen – sollten nach dieser Nachricht heute Morgen wohl erst einmal
ordentlich geschluckt haben. Die Lakers sind sich bekanntermaßen sicher, dass
Howard bleibt, wenn er einmal eine richtige Gewinner-Kultur erlebt hat. Ob man
sich darauf wirklich verlassen kann? Sein liebstes Ziel ist immer noch
Brooklyn, auch wenn er in Interviews jetzt wohl vorerst die Lakers-Fahne
schwingen wird. Sogar Dallas sollte, auf Grund des nötigen Cap Spaces, nächste
Saison noch ein Wörtchen um D12 mitzureden haben. Aber für die nächste Saison
ist das Team, um Kobe und Howard, wohl das heißeste in der NBA.
Die 76ers haben Ihren Franchiseplayer Andre Igoudala
abgegeben und dafür einen neuen, in Form von Andrew Bynum, bekommen. Hinzu
kommt noch der Vertrag von Jason Richardson. Auf lange Sicht scheint dies aber
ein guter Tausch für das Team aus Philadelphia zu sein. So vielseitig und
hervorragend Igoudala in der Defensive auch ist, brauchen die 76er einen
Spieler, der für mindestens 20 Punkte pro Partie gut ist. Diesen Spieler haben
Sie nun. Mit Richardson haben sie ebenfalls einen Akteur erhalten, der zwar
bereits weit über seinem Zenit spielt, jedoch auch für 12-14 Punkte jede Nacht
gut sein sollte. Für den Moment scheint auch hier alles gut zu sein. Das große
Fragezeichen aber bleibt über Bynum: Auch sein Vertrag läuft nach der nächsten
Saison aus. Da er aber nun ziemlich gegen seinen Willen getraded wurde, sollten
die 76er dieses Jahr viel Überzeugungsarbeit leisten, um den talentierten
Center langfristig in Philly zu halten. Sonst stehen sie am Ende vielleicht mit
leeren Händen da.
Die Denver Nuggets haben den Vogel hier eigentlich abgeschossen.
Igoudala ist genau die Art von Spieler, der dieser offensivversierten
Mannschaft noch gefehlt hat: Ein Defensiv-As aller erster Güte. Iggy war nie
ein großer Scorer, das muss er in Denver aber auch nicht sein. Die Nuggets
brauchen viel mehr sein vielseitiges Spiel und auch diese gewisse Star-Power.
Die Abgänge von Harrington und Afflalo sollten zu verkraften sein. Zum einen,
da Kenneth Faried eine tolle Rookie Saison gespielt hat und ebenfalls Gallinari
und Chandler auf die 4 ausweichen können. Zum anderen kann Iggy auch auf der 2
spielen. Cap-Space-technisch verändert sich nicht viel: Harrington und Afflalo
verdienen zusammen ein wenig mehr als Igoudala nächstes Jahr (um die 14,5
Millionen).
Rob Hennigan, das war es jetzt? Das ist der Trade, den Sie
unbedingt an Land ziehen wollten? Ich fasse das nochmal zusammen: Orlando
verzichtet auf Brook Lopez, Kris Humphries, MarShon Brooks und Erstrunden
Picks, weil das Angebot „nicht gut genug“ war. Dann verzichten die Magic auf
ein Angebot der Rockets, dass ihnen die Rechte an mehreren Rookies, aus einer
der besten Draftklassen der letzten Jahre, zugesichert hätte – Plus Kevin
Martin, Picks und wen auch immer Sie noch dazu gewollt hätten, weil die Rockets
absolut keine Schmerzgrenze hatten, um Howard zu bekommen. Nun aber tauscht Hennigan
„Superman“, im Endeffekt, für 3 Erstrundenpicks, die nicht besonders hoch zu
bewerten sind, Al Harrington, der bis 2015 noch über 21 Mio. Dollar verdienen
wird und Arron Afflalo, der bis 2016 sogar noch über 30 Mio. sein eigen nennen
kann? Orlando sollte auch nicht zu sehr spekulieren nächste Saison Letzter zu
werden und dann den ersten Pick für den nächsten Draft abzustauben. Bei den
Bobcats hat das bekanntlich auch nicht so ganz funktioniert. Eine tolle Zukunt
sieht irgendwie, trotz der ganzen Erstrundenpicks, anders aus. Immerhin ist man
den Vertrag von Richardson losgeworden. Auf dem von Türkoglu sitzen die Magic
nun allerdings immer noch. Irgendwie hat da wohl jeder, nach all dem Hick-Hack
die letzten Monate, ein bisschen mehr erwartet, Mr. Hennigan. Orlando ist eindeutig
der Verlierer in diesem 4-Team-Trade um Dwight Howard.
Wer sind für euch die Gewinner und Verlierer von dem
Howard-Trade?
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