In der NBA haben schon so einige Riesen gespielt. Shawn „Siggi“
Bradley und Yao Ming sollten den meisten noch in Erinnerung sein. Beide kamen
auf eine unglaubliche Körpergröße von 2,29m. Der größte NBA-Spieler aller
Zeiten legte jedoch noch 2cm mehr
drauf: Gheorghe Muresan. Der Rumäne, der die
meiste Zeit seiner Karriere bei den Washington Bullets aktiv war, steht mit
2,31m in den Geschichtsbüchern als „der größte NBA-Spieler aller Zeiten“.
Dieser Titel wäre ihm aber vor ein paar Jahren fast abhandengekommen. An der University
of North Carolina at Asheville Bulldogs lief nämlich ein Center rum, zudem
selbst „Ghita“ noch hätte aufsehen müssen. Gestatten, Kenny George – 2,36m,
163kg (Werte variieren bei vielen Quellen).
Geboren und aufgewachsen in Chicago, Illinois, hatte
George von Geburt auf an kein einfaches Leben. Im zarten Alter von 2 Jahren
trennten sich seine Eltern. Als Jugendlicher wurde von einem Arzt
diagnostiziert, dass Kenny an überaktiver Hypophyse leidet – dies verursacht
abnormalen Körperwachstum. Obwohl diese Krankheit nicht tödlich ist, muss Kenny
sich selbst heute noch jeden Monat einmal von einem Endokrinologen durchchecken
lassen. Als er sich für die High School bewarb, war er bereits 2,11m groß.
Es wird oft von Präsenz unter dem Korb gesprochen. Mit
diesen Körperwerten sollte eine gewisse „Präsenz“ auf jeden Fall vorhanden
sein. Diese bewies George bereits in seiner High School Zeit. Er ging auf die
Latin School of Chicago und fing dort erst an Basketball intensiv zu betreiben.
Trotz seiner Größe verfügte er über eine gute Körperkontrolle und wurde sofort
ein wichtiger Bestandteil seines Teams. Er führte seine Mannschaft mit 8 PPG,
10 RPG und 9 (!) BPG in die Sectional Playoffs. Trotzdem hatte Kenny auch all die typischen
Probleme, die ein Jugendlicher in seinem Alter hat. Für ihn kam nur erschwerend
hinzu, dass er keinen Führerschein machen konnte, da er in keinem Auto sicher
sitzen konnte und selbst Bahnfahren für ihn, auf Grund der niedrigen Decken,
fast zu einer Unmöglichkeit wurde. Das außerdem alle seine Klamotten und Schuhe
Maßanfertigungen waren, muss wohl kaum erwähnt werden.
Nach der HS wechselte George 2006 aufs College. In seiner
ersten Saison hatte er leichte Schwierigkeiten, sich in seiner Mannschaft zu
etablieren. Er ließ sein Können aber, gegen Ende der Saison, in 5
aufeinanderfolgenden Spielen aufblitzen. In diesen 5 Partien traf er insgesamt
30 seiner 34 Versuche aus dem Feld (88,2%). Er kam in dieser Zeit auf 11,6
Punkte, 7,2 Rebounds und 3,3 Blocks pro Spiel. Danach wurde Kenny ein fester
Bestandteil der Mannschaft und war der erste Spieler von der Bank.
2007 / 2008 konnte der Riese noch eine Schippe drauflegen.
Er hatte die beste Feldwurfquote der ganzen Nation mit 69,6 Prozent (151 von
217). Das lag zum einen daran, dass er über jeden Gegenspieler, teils ohne springen
zu müssen, werfen oder dunken konnte. Er
spielte in 28 Partien und war einmal im Startaufgebot. Ihm sollte in dieser
Saison sogar sein erstes Triple Double gelingen mit 20 Punkten, 12 Rebounds und
10 geblockten Würfen. Nun stand Kenny auch bei den ersten NBA-Scouts auf der
Liste. Spieler, wie Kenny, haben nicht nur einen basketballerischen Wert,
sondern ziehen auch Zuschauer an. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, war
Kenny eine Art Zirkusattraktion. Jeder wollte den Jungen sehen, der selbst Shaq
auf den Kopf spucken könnte und aus dem Stand dunken kann. Zum Glück konnte er
aber auch mit dem Ball umgehen, wie er im weiteren Verlauf der Saison bewies. Zudem steigerte er seine
Freiwurfquote von 23% auf respektable 65%. Kenny war ein Arbeiter. Sein Ziel
war es, immer besser zu werden. Insgesamt legte Kenny eine eindrucksvolle
Saison hin.
Ende 2008 sollte den großen Kerl jedoch ein
Schicksalsschlag treffen, der all seine Träume von der NBA platzen ließ. Auf
Grund einer Infektion musste Kennys rechter Fuß, zum größten Teil, amputiert werden. Das sofortige Karriere-Aus für den Asheville Bulldog. Dabei hatte er
noch Glück im Unglück: Hätte der Arzt die Infektion später entdeckt, wäre es
wohl nicht nur das Ende für Kennys Fuß gewesen. Trotz dieser furchtbaren
Nachricht beendete KG aber noch sein Senior Year am College.
Glücklicherweise gab es für ihn nicht nur Basketball in
seinem Leben: Der Center hat bereits mehrere Kurzgeschichten geschrieben und
ist ein Fan von Grafikdesign, Cartoons und Comicbüchern. Es kursieren auch
Gerüchte, dass Kenny es in Betracht zieht, später vielleicht zum Basketball
zurückzukehren und Trainer zu werden.
Egal für was er sich später entscheiden wird, man kann ihm dabei nur alles Gute wünschen.
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